Die Sprachen des Kaukasus: Prinzipien ihrer Klassifizierung
Abstract
Seit jeher war der Kaukasus wegen seiner Sprachenvielfalt berühmt. Der arabische Schriftsteller Abu’l Hasan ‘Ali Mas‘udi aus dem 10. Jh. nannte ihn »Berg der Sprachen«. Heute unterteilt man die im Kaukasus und den nördlich und südlich daran anschließenden Ebenen gesprochenen Sprachen in zwei Gruppen: 1. die von späteren Einwanderern in historischer Zeit eingeführten indogermanischen (idg.), semitischen und Turksprachen, deren Identität durch den Sprachvergleich gesichert ist; 2. die auch unter den Bezeichnungen palaeokaukasisch oder iberokaukasisch bekannten, genuin kaukasischen Sprachen i.e.S., die in drei — nach ihrer geographischen Lage benannten — Sprachfamilien überliefert sind: a) die südkaukasischen oder Kartvelsprachen (kartvel’skie), b) die ostkaukasischen oder nachisch-dagestanischen (nachsko-dagestanskie) Sprachen, c) die westkaukasischen oder abchasisch-adygeischen (abchazskoadygskie) Sprachen.

