Die Sprache der georgischen Volkspoesie - eine Koine
Abstract
Die Schlußfolgerung, die schon in der Überschrift dieses Beitrags kurz formuliert ist, hat uns ursprünglich eine mit einem ganz anderen Problem verknüpfte Arbeit nahegelegt!: Jedem Wissenschaftler sind die Schwierigkeiten bekannt, die bei der Beschreibung eines Dialekts mit der Suche nach Illustrationsmaterial aus der entsprechenden Volkspoesie verbunden sind, denn die Volksdichtung hält oftmals die Normen des Dialekts nicht ein, sie lehnt sich gegen diese Formen auf, aus deren Schoß sie entsprungen ist und aus denen sie sich, wie zu erwarten ist, weiter nähren muß. Wenn das aber nicht geschieht, wenn der Vortragende eines Gedichts (bewußt oder unbewußt) davon Abstand nimmt, Dialektismen als Sprachmaterial eines Gedichts zu verwenden, ist anzunehmen, daß in der Sphäre des poetischen Schaffens eine andere Gesetzmäßigkeit wirkt, eine »Spiel«-Regel, daß die sprachliche Norm des Dialekts und die poetische Norm bedeutend voneinander abweichen?.

