Kollektives Gedächtnis und Politik: Anmerkungen zu einigen konkurrierenden geschichtlichen Narrativen im Kaukasus und in Rußland

Authors

  • Moshe Gammer

Abstract

Die Auflösung der Sowjetunion im Jahre 1991 hinterließ in vielen Bereichen ein Vakuum. Einer davon war der Bereich der kollektiven Identität. Die sowjetische Nationalitätenpolitik stand in einer widersprüchlichen Situation zwischen einerseits dem Nationsbildungsprozeß der verschiedenen Völker der UdSSR und andererseits dem »sowjetischen Patriotismus« und dem »proletarischen Internationalismus«, so daß kein einziger der Bestandteile der ehemaligen Sowjetunion seine nationale Konsolidierung wirklich vollenden konnte. Auf diese Weise haben die rasanten Veränderungen den dringenden Bedarf an Wiederherstellung früherer bzw. Schaffung neuer Identitäten hervorgerufen. Dieser Bedarf ist in sämtlichen Bestandteilen der ehemaligen Sowjetunion spürbar - sowohl in den 15 ehemaligen Unionsrepubliken, die zu unabhängigen Staaten wurden, als auch in den »kleineren« autonomen Einheiten, die innerhalb der Russischen Föderation verblieben.

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Published

1999-11-11

How to Cite

Gammer , M. (1999). Kollektives Gedächtnis und Politik: Anmerkungen zu einigen konkurrierenden geschichtlichen Narrativen im Kaukasus und in Rußland . Georgica, 22, 20–32. Retrieved from https://georgica.journals.humanities.tsu.ge/index.php/georgica/article/view/10717