Macht versus Interesse? Zur Rationalität der russischen Politik in der Region des Kaspischen Mecres

Authors

  • Barbara Christophe

Abstract

Wer sich heute über Entwicklungstrends der russischen Politik äußeri, läuft regelmäßig Gefahr, schon morgen von einer überraschenden Wende der Ereignisse widerlegt zu werden. Seit nunmehr acht Jahren halten jähe Kursschwankungen in der Innen- und Außenpolitik und kaum berechenbare Verschiebungen im Kräfteverhältnis zwischen rivalisierenden Moskauer Elitefraktionen die Regionalspezialisten in Atem. Ein kluger Mann hat das Dilemma, mit dem wir es hier zu tun haben, in einer treffenden Analogie einmal auf den Punkt gebracht. Die Analyse der russischen Politik — so der Politikwissenschaftler Holmes! — gleiche dem Versuch, ein Fußballspiel bei dichtem Nebel zu verfolgen. Die Spieler der einzelnen Mannschaften seien bei schlechter Sicht nur schemenhaft auszumachen. Wer gerade am Ball sei, sei mit letzter Sicherheit kaum festzustellen, geschweige denn, in welche Richtung gestürmt werde. Allerdings dränge sich immer wieder der Eindruck auf, daß ein paar äußerst merkwürdige Spieler mit ebenso finsteren wie undurchschaubaren Absichten auf dem Feld zugegen seien, die bei strenger Auslegung der Spielregeln dort eigentlich gar nichts zu suchen hätten.

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Published

2000-11-11

How to Cite

Christophe , B. (2000). Macht versus Interesse? Zur Rationalität der russischen Politik in der Region des Kaspischen Mecres . Georgica, 23, 35–47. Retrieved from https://georgica.journals.humanities.tsu.ge/index.php/georgica/article/view/10770