Chatoba bei den Chewsuren - Literarische Darstellung des Festes als Medium des kulturellen Gedächtnisses
Abstract
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, »m Horizont der Metapher von Kultur als Text Zugang zu den Selbstbeschreibungsdimensionen einer Gesellschaft zu gewinnen.« (Bachmann-Medick 1996, S. 10) Ich werde versuchen, aufgrund eines literarischen Textes das Chatoba-Fest der Chewsuren als Träger eines kulturellen Sinnes darzustellen und zu zeigen, wie ein derartiger Sinn sich geschichtlich verändern kann. Als Beispieltext habe ich das 1888 geschriebene Poem »Aluda Ketelauri« von VaZa-PSavela genommen. Dabei richte ich meine Aufmerksamkeit nur auf eine der Bedeutungen des Festes, das in diesem Poem beschrieben ist. Ich werde Stellen, die vielleicht für die Ethnologen interessant sind oder sein können, weglassen, z. B. die Sitte, die rechte Hand des getöteten Feindes abzuschneiden. Weil der Tenor des Poems realistisch ist, wird die Handlung wirklichkeitsgetreu dargestellt. Das Poem liefert keine Apologie der Helden, sondern eine Chronik.


