Zur Verallgemeinerung von Personymen
Abstract
Der schöpferische Prozeß besteht für den Schriftsteller nicht nur in der Herausarbeitung des Charakters und der Weltanschauung einer Person, sondern auch in ihrer Benennung mit einem Eigennamen. Zwar ist ein Name ein Nomen, das als sprachliches Phänomen unabhängig vom Willen des Schriftstellers existiert, doch bei der Namenswahl ist vieles vom Künstler abhängig. Bei der Schaffung eines künstlerischen Typs können dem Schöpfer nicht alle Namen einerlei sein. Er wählt ein Personym aus und verdeutlicht mit dieser Suche sein Verhältnis zu der Person. Die Auswahl des Anthroponyms bestimmen der Inhalt der Geschichte, die Entwicklung des Sujets, die Zeit und der Ort der Handlung im Zusammenwirken mit der Weltsicht des Verfassers, seinem Geschmack, seiner inneren Intuition und anderen Faktoren. Daher kommt der Namenswahl oftmals entscheidende Bedeutung bei der künstlerisch-ästhetischen Vervollkommnung eines Werkes zu. Der Schriftsteller stimmt uns auch mit dem Namen auf den von ihm geschaffenen Typ ein. Zu Recht vermerkt V. A. Nikonov: »Je größer ein Meister ist, desto sorgfältiger wählt er den Namen eines Helden aus, denn für ein Kunstwerk sind Namen nicht gleichgültig.«

