Die Römer in Südwestgeorgien
Abstract
Im Jahre 63 n. Chr. wurde auf Anordnung des Kaisers Nero das Vasallenreich der Polemonen aufgelöst, und Pontos wurde zusammen mit der Kolchis zu einem Bestandteil der Provinz Galatien (Suet., Nero, 18). Die Kriegsflotte des besetzten Landes ging in den Besitz der Römer über, was den Bau befestigter Häfen zur Folge hatte.' Diesen Prozeß beschleunigte ein Aufstand im ersten Regierungsjahr des Kaisers Vespasian, den der ehemalige Befehlshaber dieser Flotte, Amiket, führte (Tac. ann. II1, 47-48). Gespannt war die Situation auch in der Kolchis (Strabo X1.11.12). Hinzu kamen die Herausbildung des frühen Staatswesens der Lasen an den Ufern des Rioni (Arr. per. p. E. 15) und die Expansion des Reiches Iberien in das zwischen den Mündungen des Coroxi und des Arsave-Su gelegene Küstengebiet (Arr. per. p. E. 11). Von Bedeutung ist auch, daß die Römer zur Erreichung ihrer Ziele in den besetzten Territorien aktiv ihre natürlichen Verbündeten, die griechischen Poleis, einsetzten und auch neue Siedlungspunkte gründeten, um das städtische Leben zu entwickeln.” In der Kotchis wurden neben alten griechischen Siedlungen (Trapezunt, Phasis, Dioskurias) Kastelle in Pityunt (dem heutigen Bicvinta) und in Apsaros angelegt. So entstand der sogenannte »Pontische Limes«", wo einzelne Einheiten der in Kappadokien stehenden Legionen (XII Fulminatae, XV Apollinaris) stationiert wurden.


