Zu den georgischen Bezeichnungen der Himmelsrichtungen

Authors

  • Manfred Krebernik

Abstract

Die neugeorgischen Bezeichnungen für die Himmelsrichtungen weisen sämtlich das auch zur Bildung von Ländernamen dienende Suffix -et auf. Im Altgeorgischen sind noch Wörter ohne dasselbe gebräuchlich. Die Termini für »Osten« und »Westen« sind von den Verben für »Aufgehen« bzw. »Untergehen« abgeleitet: aymosavali, aymosav(a)leti ist also das »Aufgang(sgebiet)« und dasavali, dasav(a)leti das »Untergang(sgebiet)«. Analoge Bezeichnungen finden sich in vielen Sprachen, man vergleiche nur ctwa lateinisch oriens bzw. occidens (sol) oder griechisch avatolai bzw. Övoual, ÖUOELG. Das Wort für »Norden« ist entweder identisch mit crdili »Schatten« — so nur altgeorgisch - oder davon abgeleitet: crdiloj (altgeorgisch), erdiloeti »Schattengebiet«. Eine parallele Bildung existiert im Swanischen: lam$ged (zu $ged »Schatten«).

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Published

2001-11-11

How to Cite

Krebernik , M. (2001). Zu den georgischen Bezeichnungen der Himmelsrichtungen . Georgica, 24, 74–76. Retrieved from https://georgica.journals.humanities.tsu.ge/index.php/georgica/article/view/10861