Über die typologischen Beziehungen der geistlichen georgischen Lyrik des 16.-18. Jhs. zur englischen Literatur
Abstract
Das an der Grenze von Europa und Asien liegende Georgien hatte schon seit früher Zeit enge Bindungen sowohl zu westlichen als auch zu östlichen Kulturen, aber das georgische Schrifttum ist typologisch "europäisch”, weil es sich in der osteuropäischen (oder ostchristlichen) kulturhistorischen Region entwickelte, zu der auch die byzantinische, koptische, syrische, äthiopische, armenische, albanische und später auch die slawische Literatur gehörten. Zugleich unterhielt das georgische Schrifttum intensive Beziehungen auch zur hebräischen und persischen Literatur. All das machte die generelle kulturelle Orientierung aus '. Die georgische Literatur des 16.-18. Jhs. zeichnet sich durch thematische Vielfalt aus, uns aber interessiert die geistliche Lyrik dieser Zeit. Ähnlich wie bei der weltlichen haben auch auf die geistliche Literatur die seelische Stimmung, persönliches Leid einzelner Dichter oder die soziale und politische Lage des Landes Einfluß ausgeübt (um so bemerkenswerter ist es, daß sich das Schrifttum der sogenannten Renaissancezeit durch das Erstarken nationaler Motive auszeichnet). Natürlich dürfen hier auch die literarischen Faktoren nicht außer acht gelassen werden, das gilt gleichermaßen für das frühe poetische Erbe wie für den Einfluß des Schaffens ausländischer Autoren. Was die vorhergehende Literatur betrifft, so haben die Schriftsteller des 16.-18. Jhs. die Verbindung zu ihr nicht abgebrochen. Mehr noch, die Hymnographie erfuhr eine Wiedergeburt, natürlich der Epoche angemessen erneuert und umgeschaffen.


