Herr, wie zahlreich sind deine Werke! Eine verborgene Psalm-Hlustration in Mcxeta
Abstract
In den letzten drei Psalmen (Ps. 148-150) ‘', den Lobpsalmen, wird die gesamte Schöpfung aufgefordert, den Herrn zu loben; der bekannte Schlußvers, Ps, 150,6, faßt die zuvor genannten Einzelheiten zusammen: Alles, was Odem hat, lobe den Herrn *. In den Wandmalereien der orthodoxen Kirchen wird der Herr, da Gott Vater nicht abgebildet werden darf, durch Jesus Christus wiedergegeben, meist in der Ikonographie des Pantokrator (überwiegend thronend wie auf Ikonen, zuweilen als Büste wie als Naos-KuppelBild) und mitunter auch als solcher bezeichnet *. Zu allem, was Odem hat, gehören auch die Tiere des Meeres. In der Aufzählung der Geschöpfe in Ps. 148,10, ihr wilden Tiere und alles Vieh, Kriechtiere und gefiederte Vögel, sind sie nicht genannt; indessen waren sie wohl im hebräischen Originaltext der Psalmen enthalten. Luther übersetzte Ps. 148,7 Lobet den Herrn auf Erden, ihr Walfische und alle Tiefen, die Zürich-Bibel Lobet den Herrn von der Erde her, ihr Ungetüme und Fluten alle, die Neue Jerusalemer Bibel (NJB) Lobet den Herrn, ihr auf der Erde, ihr Seeungeheuer und all ihr Tiefen. Bei Luther und in der NJB impliziert die Zusammenstellung mit Meeresbewohnern, daß mit den 7iefen die des Meeres gemeint sind; die reformierte Bibel nennt das Wasser ausdrücklich.


