Ein legendäres Königreich in europäischen Chroniken und Karten des Mittelalters
Abstract
In der Periode des 5. Kreuzzuges verbreitete sich unten den bei Damiette stehenden Kämpfern das Gerücht über eine aus dem Orient aufgebrochene Streitmacht, die nach deren Vorstellung unterwegs war, um Jerusalem zu befreien. Wie uns bekannt ist, gehörten die Mohammedaner von Choresm und Iran zu den ersten Opfern der sich in Richtung Westen bewegenden Mongolen. Die Kreuzritter sahen in der zunächst noch unbekannten Persönlichkeit Tschingis-Chans eine rettende und verbündete Kraft. Hier jedoch lebte eine in der Erinnerung der Europäer zeitweilig vergessene Person, der Priesterkönig Johannes Presbyter, wieder auf. Auf diesen bereits zur Legende gewordenen König, der mit seiner außergewöhnlich starken Armee zur Errettung Jerusalems aus dem Orient eintreffen sollte, warteten die Europäer bereits seit dem Mittelalter im 12. Jahrhundert voller Hoffnung. Aber das 12. Jahrhundert verging und die Hoffnung blieb ein Traum. In der nachfolgenden Zeit verloren die Kreuzritter Jerusalem und mit der Zeit vergaßen sie den ungesehenen Priesterkönig beinahe ganz. Man kann sagen, gewissermaßen wurde auch die Hoffnung enttäuscht. Niemand hatte mehr Zeit für Gedanken an einen Priesterkönig und man versuchte, Jerusalem mit eigenen Kräften zurück zu gewinnen. Obwohl man bemerken muss, dass die Gestalt dieses Königs im Gedächtnis der Europäer nicht völlig vergessen war.


