"Karl Ernst Bouda (1901-1979) als Wegbereiter der makro-kaukasischen und sino-kaukasischen Forschungen "
Abstract
Vor nun rund drei Jahrzehnten verstarb der heute nahezu vergessene AusnahmeLinguist Karl Ernst Bouda (10.2.1901-31.7.1979), der mit seinen häufig weit über die Grenzen seiner Zeit etablierten Sprachfamilien hinausgreifenden und mitunter äußersi umstrittenen Arbeiten großes Aufsehen erregte.' Seine Forschungen erstreckten sich dabei von der Finnougristik über die Baskologie und Sibiristik bis hin zur Kaukasiologie und der Beschäftigung mit verschiedenen Indianersprachen. Aufgrund dieser vielfältigen und vielgestaltigen Forschungen — vor allem jedoch seiner ..omnicomparatistischen”” Ansätze — ist Bouda, was heute den wenigsten gegenwärtig sein dürfte, zu einem Pionier so vieler Forschungsrichtungen geworden, dass es gerechtfertigt erscheint, an dieser Stelle noch cinmal auf seine Bedeutung für die Kaukasiologie, Sibiristik und Baskologie, vor allem jedoch auf seine Vorreiterrolle für die Untersuchungen weiterreichender Sprachverwandtschaften, wie sie sich uns heute in Gestalt solcher Gebilde wie dem Makro-Kaukasischen (= Baskisch + Burusaskı + Nord-Kaukasisch), dem Dene&-Finnischen bzw. Vasco-Dene* oder dem Dene-Kaukasischen bzw. Sino-Kaukasischen“‘ begegnen, einzugehen und hier neben einigen im Anschluß gegebenen Nachträgen zum Schriftenverzeichnis, eine Würdigung seiner Bedeutung als Wegbereiter der genannten Forschungsrichtungen oder vielmehr Vorläufer der heutigen Vertreter derselben zu versuchen.


