Bürgerliche Reformen in Georgien und die Lage der georgischen Juden in den 1850er/1860er Jahren (nach den Aufzeichnungen von Jeguda Cernyj)

Authors

  • Nugzar Ter-Oganov

Abstract

Die Trägheit des politisch-ökonomischen Systems, aber auch die Kriege mit dem Iran und der Türkei im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts verhinderten, dass das zaristische Russland Georgien (wie übrigens auch den gesamten Kaukasus) vollständig kolonialisierte. Die danach eintretende relative Ruhe nutzte das Zarenreich aber dazu, Georgien weiter in das russische Imperium einzugliedem. Ungeachtet eines gewissen Wandels im gesellschaftlich-ökonomischen Leben Georgiens und der Umsetzung einer Verwaltungsreform in Transkaukasien im Jahre 1840 in den 1850er Jahren verblieb die überwältigende Mehrheit der georgischen Juden in Leibeigenschaft, sowohl des Staates wie auch der Gutsbesitzer und der Kirche. Es wird angenommen, dass aus historischen Gründen die Juden iın Westgeorgien, die hauptsächlich in Abhängigkeit der georgischen orthodoxen Kirche lebten, ein leichteres Leben als die Juden in Ostgeorgien hatten, wo jene Juden, die jene den Gutsbesitzern gehörenden Juden die Mehrheit unter zwei anderen Kategorien der leibeigenen Juden bildeten. Wie dem auch sei, die tatsächliche Situation war die, dass die Juden Ostgeorgiens in der Regel in ländlichen Regionen siedelten, innerhalb ihrer Dörfer oder nahe gelegener Siedlungen Kleinhandel betrieben und teilweise ein Handwerk ausübten. In dieser Periode war die Mischung aus Handel, Handwerk und Landwirtschaft ein charakteristisches Phänomen des Judentums in Ostgeorgien.

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Published

2011-11-11

How to Cite

Ter-Oganov , N. (2011). Bürgerliche Reformen in Georgien und die Lage der georgischen Juden in den 1850er/1860er Jahren (nach den Aufzeichnungen von Jeguda Cernyj) . Georgica, 34, 46–61. Retrieved from https://georgica.journals.humanities.tsu.ge/index.php/georgica/article/view/11309