Zur Geschichte des Begriffs „eri“ in der modernen georgischen Historiographie
Abstract
Die Kartvelologin Gertrud Pätsch fasste einmal den Topos der Nationsbildung ir} Georgien in die treffenden Worte, dass nicht „ein längst Erworbenes festzuhalten und zı verteidigen [wäre], sondern ein immer wieder in Frage Gestelltes sollte sich endlic verwirklichen“, d. h. durch die häufigen Eroberungen durchziehender fremder Völk wurde ein Gemeinschaftsbewusstsein hervorgerufen, welches im Begriff „eri“ sein historischen Ausdruck fand.' Der Begriff „eri‘“ hat eine lange und vielschichtig etymologische Entwicklung im Georgischen erfahren, bis er sich zu Beginn des 20. als Bezeichnung der modernen georgischen Nation durchgesetzt hatte. Im Folgend versuchen wir die differierenden Anwendungen des Nationsbegriffs eri in der geor gischen Historiographie des 20. Jahrhunderts begriffsgeschichtlich skizzenhaft nach zuzeichnen. Aus Platzgründen kann hier die Fachliteratur zur Nat10nahsmusforschun* nur eingeschränkt berücksichtigt werden.


