Übersetzung —- politische Ideologie - Zensur (am Beispiel der georgischen Sowjetliteratur)
Abstract
Eine Übersetzung ist eine eigenartige und unabhängige Art wörtlicher Kunst. Es gibt keine vollkommene Übereinstimmung zwischen dem Original und der Übersetzung, deshalb bleibt das Original das einzige Ergebnis des individuellen Wirkens eines Meisters des künstlerischen Worts. Die Übersetzung hingegen besitzt ihr eigenes sprachliches Material und ihr vom Original abweichendes sprachliches, literarisches und soziales Leben. Übersetzungen agieren im Bereich der nationalen Sprache und der Kultur der „Empfängerliteratur“ als eigenständiges Werk der Wortkunst und sie können nur in diesem Rahmen wahrgenommen oder eingeschätzt werden. Ich simme E. Neljubin und G. Chuchun zu, „dass die Problematik der Übersetzung selbst nicht isoliert, sondern im ganzen kulturellen Kontext der Epoche erklärt werden muss‘ (7, 241). Die Ästhetik des sozialistischen Realismus (Sozrealismus) bessitzt ihr eigenes Verständnis der Übersetzung. Die sozrealistische Übersetzung basierte nicht nur auf dem ästhetischen Geschmack des Übersetzers und linguistisch-literarischen Geschick, sondern auch auf den Grundkriterien des Sozrealismus und de-en Gesetzen. Die Übersetzung wurde in der Sowjetunion nicht nur als ein Bestandieil eines kulturellliterarischen Prozesses, sondern auch als ein wichtiger Teil des ideologischen Lebens angesehen. Während der Übersetzung wechselt nicht einfach eizre Sprache in eine andere.


