Zum Kasussystem des Udischen (auf der Grundlage der udischen Evangelien)
Abstract
Das Udische gehört zu denjenigen ostkaukasischen Sprachen, die in der Kaukasolo- gie relativ früh und gut untersucht wurden. Die erste umfassende grammatische und textliche Darstellung des Udischen wurde von Anton Schiefner unter dem Titel „Ver- such über die Sprache der Uden‘ herausgegeben (1863). Schiefners „Versuch“ bildete die Grundlage für Friedrich Müller, der das Udische 1887 in seinem „Grundriß der Sprachwissenschaft‘ (Band II, 2) behandelte. Vier Jahre später (1891) erschien in St. Petersburg ein kaukasisches Gesprächsbuch, das A. Starcevskij] unter dem Titel „„Pere- vodnik s russkogo na glavnejSie kavkazskie jazyki‘“ herausgab. Dieses Materials wurde ım Werk „Die Sprachen des Kaukasischen Stammes“ (1895) von Richard Erckert ver- wendet, das 545 Wörter (hauptsächlich Nomina, Pronomina, Numeralia, Adverbien, Adjektive, Verben) enthält, aber auch 169 Sätze in 30 verschiedenen kaukasischen Sprachen oder Dialekten, in deren Zusammenhang auch das Udische behandelt wird.


