Die Rezeption der Aristotelischen Legik im georgischen Denken der Neuzeit: Anton Bagrationi und seine Aristoteles-Studien
Abstract
Dieser Beitrag ist einem unzulänglich erforschten Gebiet des neuzeitlichen georgischen Denkens gewidmet. Bisher existieren sehr wenige Publikationen, die die Wirkung der Aristotelischen Logik auf die georgischen Philosophen des 17.-18. Jahrhunderts zum Gegenstand einer historisch-philosophischen Untersuchung gewählt haben. Oft sind sogar die Namen bedeutender georgischer Aristoteles- Übersetzer und Kommentatoren dieser Zeit unbekannt. Dies betrifft vor allem Anton Bagrationi (1720-1788)' und seine philosophische Schule. Trotz seines großen Einflusses auf das georgische geistig-politische Leben des 18. Jahrhunderts blicb Bagrationis philosophisches Werk bislang ohne entsprechende wissenschaftliche Erforschung. Die zahlreichen Übersetzungen und Kommentare Bagrationis und seiner Schule zur Aristotelischen Philosophie (sowie zur _deutschen Schulphilosophie und zu den armenischen Aristoteles-Kommentaren) lagern noch unbeachtet in georgischen Archiven. Dieser Umstand der georgischen Forschung fordert dazu auf, das logische Werk Bagrationis und der wichtigsten Repräsentanten seiner Schule einer historisch-philosophischen Analyse zu unterziehen. Die Aristoteles-Übersetzungen sowie Kommentare Bagrationis und seiner Schule erweisen sich — gemäß meiner Einschätzung — als Neuanfang und Wendepunkt in der georgischen Aristoteles-Auslegung. Darüber hinaus sind sie für die gesamte Aristoteles-Rezeption insofern von großer Bedeutung, als sie die Aristoteles- Literatur durch neue Denker und Interpretationen bereichern können.


