Die Kunst des Selbstporträts im Schaffen georgischer Maler (zweites Jahrzehnt des 20. Jhs.)

Authors

  • Irina Arsenishvili

Abstract

Die georgishe Tafelmalerei des zweiten Jahrzehnts des 20. Jhs. hatte eine große Bedeutung für die Kultur jener Zeit. Im Tafelbild fanden die ästhetischen und kulturell-weltanschaulichen Probleme der Epoche ihre bildhafte, plastische Verkörperung. In der Kunstwissenschaft wird die formale und inhaltliche Struktur des Bildes mit einem Fenster verglichen, durch das der Künstler und der Betrachter die umgebende Welt sehen. Seit dem 19. Jh., besonders seit der zweiten Hälfte des 19. Jhs., vergleicht man das Bild nicht mit cinem Fenster, sondern mit einem Spiegel in weitem Sinne. Im Bild spiegeln sich die Vorstellung des Künstlers von der Welt und dem Menschen wider, seine Gedanken und seine Hoffnung, seine Ideale und Träume. Die Geschichte des Tafelbildes ist der Weg einer allmählichen Vertiefung der Grenze zwischen dem Bild von der Welt und der Welt des Bildes, was auf den Wandel der historischen Stellung der Kunst, bedingt durch die Evolution der religiösen und naturwissenschaftlichen Anschauungen, und die innere Entwicklung der Kunst zurückzuführen ist. Der Mensch des 19. Jhs. war viel schwerer mit dem Los des irdischen Lebens belastet. Der wachsende Widerspruch zwischen Realität und Ideal beeinflußte nicht nur die inhaltliche Struktur des Bildes, sondern auch seine bildnerisch-plastische Konzeption. Die poetische Phantasie des Malers schuf im Laufe der Zeit ihre eigene Welt, wo die Menschen und die Außenwelt ihren universellen Charakter verloren.

Downloads

Published

2001-11-11

How to Cite

Arsenishvili , I. (2001). Die Kunst des Selbstporträts im Schaffen georgischer Maler (zweites Jahrzehnt des 20. Jhs.) . Georgica, 24, 115–122. Retrieved from https://georgica.journals.humanities.tsu.ge/index.php/georgica/article/view/10866