Probleme der neuen Geschichte Westenropas in der georgischen Historiographie des 20. Jahrhunderts
Abstract
Das Studium der neuen Geschichte Westeuropas besitzt in Georgien seine eigene Tradition. Es ist noch ein Randgebiet der Kartwelologie. Die Thematik ist interessant und aktuell, jedoch ist sie noch nicht zu einem besonderen, speziellen Studienfach in der georgischen Historiografie geworden. Deshalb halte ich es für sinnvoll, diese Lücke zu schließen und die erwähnte Fragestellung zu einem emsthaften Untersuchungsgegenstand zu machen. In Georgien treten die bekannten Historiker Nikoloz Dubrovski, Grigol Nataze und Aleksandre Namoraze als Begründer der wissenschaftlichen Erforschung und Lehre der neuen Geschichte Westeuropas in Erscheinung. Als besonders schmerzhaft empfinde ich jenen Umstand, dass diese Historiker ausgerechnet in der schwierigsten Epoche tätig waren, als sich das „stalinistische Regime“, der totalitär-bolschewistischen Staat im Zenit seiner Existenz befand. Die 1930er/1940er Jahre waren ihre beste Schaffenszeit. Gerade dadurch kann deutlich gemacht werden, dass ihr umfangreiches wissenschaftliches Potenzial nicht gänzlich ausgeschöpft wurde und ihr wissenschaftliches Erbe auf eine eigene Art und sehr zurückhaltend ausgefallen ist. Hier haben wir in erster Linie natürlich Nikoloz Dubrovski und Aleksandre Namoraze im Auge.


