Zur Lexik des "Lebens des Parnavaz”
Abstract
Die mittelalterliche georgische Geschichtsschreibung beeindru«t durch eine Anzahl von Chroniken, die später zu einem großen Gesimtwerk, bekannt unter dem Namen "Kartlis cxovreba", zusammengefaßt vurden. Die ältesten Teile dieses Werkes, die die Arbeiten von Leonti Mroveli, Zuanseri, Sumbat Davitisze sowie mehrerer namentlich unbekanıter Verfasser enthalten, wurden von S. Qaux&i&vili in einer mehrbändign kritischen Ausgabe ediert. Leonti Mroveli, der Bischof von Ruisi, dır im 11. Jahrhundert lebte, gilt als Verfasser der Geschichtswerke "Das L:ben der georgischen Könige und der ersten Väter und Völker", "Das Lıben der Nino" und "Das Martyrium des Königs Artil”. Sowohl die Urhebershaft der genannten Werke als auch die Lebenszeit Leonti Mrovelis sind atzr in der georgischen Literaturwissenschaft umstritten. Da das "Leyen der georgischen Könige...” eine Zeitspanne von vielen Jahrhunderten von den ältesten Zeiten bis zum 5. Jh. n. Chr.) umfaßt, wird Leonti Mrovel gern als Zusammenfasser und Redakteur auch nicht von ihm selbst verfaßtır Werke aufgefaßt ‘. Diese Überlegung wird sogar so weit geführt, daß man n einem Teil des "Lebens der Könige", und zwar im "Leben des Parnwaz", ein vorchristliches literarisches Werk vermutet, das Leonti Mroveli als selbständiges Werk übernahm, redaktionell bearbeitete und in seir eigenes Werk einfügte. Diese Hypothese setzt natürlich voraus, daß de Überlieferung, derzufolge die Georgier lange vor der Übernahme des Christentums schon eine eigene Schrift besessen haben, sich auch durch Fiktenmaterial erhärten läßt, was in den letzten Jahren durch die Inschrifenfunde von Nekresi deutlich wurde.


